Beschaffung Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Kurzumtriebsplantagen (KUP)

Kurzumtriebsplantagen (KUP) – Energielieferanten für Kommunen

Schnellwachsende Baumarten – sogenannte KUP - bieten die „Chance zur langfristigen Energieholzversorgung und Etablierung regionaler Kreisläufe“, so das Ergebnis einer Befragung von Ronny Wirkner im Rahmen seiner Doktorarbeit an der Uni Cottbus.

KUP dienen aber auch der Luftreinhaltung, dem Klima-, Trinkwasser- und Lärmschutz. Außerdem nehmen sie auch ein Stück vom energetischen Nutzungsdruck auf den (kommunalen) Wald. Sie sind also in mehrfacher Hinsicht für Kommunen interessant.

Das ttz Bremerhaven (Verein zur Förderung des Technologietransfers an der Hochschule Bremerhaven e. V.) koordiniert als unabhängige Forschungseinrichtung die Initiative KUP-Netzwerk.

Wir haben Alexander Schank, Project Manager Renewable Energies / biomass & biofuels beim ttz zu den Potentialen von KUP´s für Kommunen befragt:

Warum sollten sich Kommunen für schnellwachsende Baumarten oder Kurzumtriebsplantagen (KUP) interessieren?

KUP zählen zu den klimafreundlichsten Energiepflanzen, die gleichzeitig einen hohen Beitrag zu einer autarken Energieversorgung von Kommunen leisten können. Gerade die typischen Liegenschaften von Kommunen wie Schwimmbäder, Schulen, Turnhallen oder Gemeindezentren haben einen entsprechenden Wärmebedarf, der optimal zu Holzbiomasse-Heizanlangen passt. Mit Agrarholz kann hierfür regional der Brennstoff selbst „angebaut“ werden, was Arbeitsplätze im ländlichen Raum sichert und regionale Wertschöpfungsketten fördert.

Was sind die regionalen Wertschöpfungsketten und -potentiale?

Typische regionale Wertschöpfungsketten bestehen aus einem oder mehreren Flächeneignern (Landwirte und/oder kommunale Eigenflächen), die Biomasse produzieren. Da die Energieholz-Felder nur im ersten Jahr etwas Pflege benötigen, ist dies einfach und schnell durch ortsansässige Landwirte zu bewerkstelligen. Für die Ernte können regionale Lohnunternehmen angefragt werden oder die Maschinenringe schicken ihre Experten. Nach der Ernte wird das Holz zum Trocknen auf Sammelplätze gefahren, wofür regionale landwirtschaftliche Betriebe oder Biomassehöfe prädestiniert sind, da sie bereits über die entsprechende Infrastruktur verfügen. Als Initiator und Betreiber eines solchen Biomassehofs bieten sich Kommunen besonders an, da hierüber nicht nur die regionale Vernetzung vorangetrieben wird, sondern sich der Betrieb eines solchen Handelshofs auch wirtschaftlich sehr lukrativ gestalten lässt.

Schließlich kommt das Holz in die kommunale Heizanlage, ersetzt direkt Heizöl und spart CO2. Kommunen im ländlichen Raum bieten das wohl größte Potential zu einer unabhängigen und regionalen Energieversorgung. Die Verfügbarkeit von landwirtschaftlicher Fläche in Kombination mit einem überschaubaren Energiebedarf machen 100% Erneuerbare Energien mit Biomasse, Sonne und Wind schnell möglich. KUP können hierbei einen lohnenswerten Beitrag leisten, da sie rund 4.000 Liter Heizöl pro Hektar und Jahr ersetzen. Weiterhin sind KUP eine Bereicherung für die Landschaft und Artenvielfalt und tragen somit auch zur nachhaltigen Entwicklung der Region bei. Da KUP primär auf Grenzertragsstandorten angebaut werden, auf denen sich Nahrungsmittelanbau kaum wirtschaftlich darstellen lässt, sind KUPS keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion.

Was tun Kommunen, die keine entsprechenden eigenen Flächen haben?

Kommunen ohne entsprechende Eigenflächen sollten Kooperationen mit Landwirten oder anderen Flächeneignern z.B. Gutsbesitzern eingehen. Sobald eine Holz-Heizanlage installiert wurde, ist automatisch eine langfristige Zusammenarbeit wünschenswert. So generieren beide Seiten Vorteile. Der Landwirt als Lieferant hat einen gesicherten Absatz über Jahrzehnte und die Gemeinde eine hohe Versorgungssicherheit durch regionale Kooperationen und langfristige Lieferverträge.

Wo hin sollte sich eine Kommune wenden?

Für eine Erstberatung sollten sich interessierte Kommunen an unabhängige und KUP-erfahrene Kompetenzzentren wenden. Hierbei kann das KUP-Netzwerk als Vermittler dienen und Ansprechpartner nennen. Diese Kompetenzzentren kennen dann entsprechende regionale Umsetzungspartner für Planung, Pflanzmaterial und Umsetzung. Die Detailplanung sollte die Kommune erfahrenen Profis überlassen und Ihren eigenen Schwerpunkt auf Öffentlichkeitsarbeit, Aufklärung und das Netzwerken legen.

Bei www.kup-netzwerk.info finden Sie viele praktische Beispiele von Kommunen, die Erfahrungen mit Kurzumtriebsplantagen haben und über diese berichten.

Kontakt: ttz Bremerhaven Phone: +49 (0)471 4832 200 Mobile: +49 (0)163 4944 881 Email: aschank(bei)ttz-bremerhaven.de Web: www.ttz-bremerhaven.de autorisiertes KMU-Beratungsunternehmen des BMWi

Alexander Schank, Project Manager Renewable Energies / biomass & biofuels beim ttz

KUP- Projekte der FNR:

ProLoc – Sortenversuche mit regionalem (Boden-)bezug
ProLoc steht für „Erfassung von Klon-Standort-Wechselwirkungen bei Pappel und Weide auf landwirtschaftlichen Standorten in kurzen Umtriebszeiten“.
Unter dem Link www.proloc-energieholz.de finden Sie weitere Details und alle Verbundpartner.

FastWOOD – flotter, tüchtiger Wald
Mit diesem Züchtungsvorhaben von acht Partnern geht es um den großflächigen, betriebssicheren und wirtschaftlichen Anbau von Pappeln, Weiden und Robinien. Dazu werden leistungsfähige und widerstandskräftige Klone, Klonmischungen und Nachkommen geschaffen.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf www.fastwood.org .

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