Beschaffung Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Gute Praxis

Das Holzheizkraftwerk Scharnhauser Park nutzt Holz aus der Landschaftspflege und Waldholz

Die Stadtwerke Esslingen betreiben Nahwärmenetze in Esslingen, Ostfildern und Köngen. Dabei werden Gebäudekomplexe oder ganze Wohngebiete von einer zentralen Heizungsanlage aus mit Wärme versorgt. Die gewonnene Wärme wird über ein Nahwärmenetz in die Wohnungen verteilt. Nahwärme ist wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll.

Im Scharnhauser Park versorgen die Stadtwerke Esslingen rund 7.000 Bewohner mit Wärme. Diese wird in einem Holzheizkraftwerk erzeugt. In einem nachgeschalteten Prozess wird zusätzlich Ökostrom produziert. Das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung wird auch bei verschiedenen Blockheizkraftwerken genutzt. Blockheizkraftwerke, die gleichzeitig Wärme und Strom erzeugen, sind unter anderem auf dem Areal der ehemaligen Funkerkaserne in Esslingen, in Esslingen-Berkheim, im Geriatrischen Zentrum Kennenburg und im Katharinenstift Esslingen-Sulzgries im Einsatz. Das neueste Nahwärmenetz wurde in der Esslinger Schelztorstraße installiert und versorgt dort rund 200 Wohnungen.

Die Stadtwerke Esslingen setzen bei der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien: Im Wohngebiet „Grüne Höfe“ in Esslingen wird Geothermie genutzt. Das Holzheizkraftwerk Scharnhauser Park nutzt Holz aus der Landschaftspflege und Waldholz. Mit Holzpellets wird im Wohngebiet Neue Wiese in Ostfildern-Nellingen geheizt. In Esslingen-Zollberg versorgt eine Hackschnitzelheizung mehrere Gebäude mit Wärme.

Eine Zusammenfassung des Projektes mit Fotos finden Sie hier.

Bioenergie im Landkreis Cochem-Zell – Grundschule Mörsdorf

Holz aus dem Mörsdorfer Gemeindewald wärmt die Grundschule


Mörsdorf setzt beim Heizen auf eigene Ressourcen. Im Gebäude der Grundschule wurde im Sommer 2010 die erste Stückholzheizung in einem öffentlichen Gebäude im Landkreis Cochem-Zell eingebaut. Die Heizungsanlage wird ausschließlich mit Holz aus dem eigenen Gemeindewald befeuert. Hintergrund: Die 670 Einwohner umfassende Gemeinde Mörsdorf im Hunsrück ist in der glücklichen Lage noch einen örtlichen Kindergarten sowie eine Grundschule vorzuweisen. Die Grundschule in Mörsdorf gehört zu den kleinsten Grundschulen in Rheinland-Pfalz. In zwei kombinierten Klassen werden zur Zeit 23 Kinder unterrichtet. Die Kinder des ersten und zweiten Schuljahres lernen zusammen in einem Klassenraum und auch das dritte und vierte Schuljahr wird gemeinsam unterrichtet. Das Schulgebäude in Mörsdorf wurde um 1830 als Knabenschule mit Lehrerwohnung errichtet. Aus der Schulchronik geht hervor, dass „Holz zum Heizen damals von der Gemeinde nicht geliefert wurde. Die Kinder brachten dasselbe von zu Hause mit“. Im Jahre 1957 erfolgte eine große Umbaumaßnahme und der Einbau einer Koks-Zentralheizung. Im Jahre 1970 wurde die Schulheizung auf Öl umgestellt. Ergebnis: Mit zwei Einwohnern je Hektar Wald profitiert Mörsdorf von einem großen Biomassepotential. Im neuen Stückholzkessel werden vom „Gemeindeheizer“ am Vorabend Holzscheite von 50 cm Länge eingelegt und angefeuert. Die erzeugte Wärme wird in einem gedämmten Heizungspufferspeicher eingelagert und dann bei Bedarf über das Heizungsrohrnetz verteilt und über die Heizkörper an die Klassenräume abgegeben. Das Leitungsnetz wurde hydraulisch abgeglichen. Die Heizkörper der Klassenräume wurden mit Stellmotoren und Einzelraumregelung umgerüstet. Die Kontrolle der Anlage erfolgt aus der Ferne per Telefoneinwahl. Störungen werden per sms sofort weitergegeben, damit kein Schüler frieren muss. Damit auch die Bevölkerung und Touristen die innovative Technik verfolgen können, werden die verbrauchte Energie, die CO2-Einsparung, Anlagenfunktion und Temperaturen öffentlich an der Gebäudewand visualisiert. Fazit: Die Kinder der Mörsdorfer Grundschule haben die besondere Chance täglich zu erfahren, wie Klimaschutz vor Ort umgesetzt wird. Die Heizung wird mit heimischen Holz befeuert. Die Wärme in den Klassenräumen entsteht dabei CO2 neutral, da das Holz beim Verbrennen nur so viel CO2 freisetzt, wie die Bäume beim Wachsen im Mörsdorfer Wald gebunden haben.


Steckbrief: Stückholzheizung in der Grundschule Mörsdorf

Wärmeleistung: 32 kW
Pufferspeichervolumen: 2.400 Liter
Wärmelieferung: 25.000 kWh
CO2-Minderung: 9 t / a
Investitionskosten: 28.000 EUR
Konzept, Planung, Bauleitung: FÄRBER Ingenieurbüro, Mörsdorf
Realisierung: Fa. Wolfs HLS, Cochem

Stückholzheizung in der Grundschule Mörsdorf
Stückholzheizung in der Grundschule Mörsdorf

Biogas-Blockheizkraftwerk für Neu Wulmstorf

Landkreis Harburg und Gemeinde Neu Wulmstorf kooperieren bei Wärmeversorgung für öffentliche Gebäude

Der Landkreis Harburg und die Gemeinde Neu Wulmstorf gehen gemeinsam neue Wege bei der Wärmeversorgung öffentlicher Gebäude. Ab September 2011 werden das Neu Wulmstorfer Schulzentrum mit Hallenbad sowie die gemeindlichen Liegenschaften – Rathaus, Jugendzentrum, Grundschule und Hauptschule – gemeinsam aus einem Biogas-Blockheizkraftwerk mit Wärme versorgt. Den Auftrag hierfür erhält die EWE Energie AG. Den entsprechenden Vertrag unterzeichneten nun Landrat Joachim Bordt, Neu Wulmstorfs Bürgermeister Wolf-Egbert Rosenzweig sowie Hans-Jürgen Geiß von der EWE Energie AG im Winsener Kreishaus. © Landkreis Harburg„Ich freue mich, dass der Landkreis und die Gemeinde Neu Wulmstorf mit dieser Vereinbarung gemeinsam einen großen Schritt in Richtung Energiewende gehen", zeigt sich Joachim Bordt sichtlich zufrieden über diese zukunftsorientierte Planung aller Beteiligten. Auf Grundlage eines Energiekonzeptes, das der Landkreis Harburg und die Gemeinde Neu Wulmstorf bereits im November 2010 bei Experten eines Planungsbüros für energietechnische Vorhaben aus Kiel in Auftrag gegeben hatten, erfolgte die europaweite Ausschreibung für die Wärmeversorgung mit Biogas. Den Zuschlag erhielt die EWE Energie AG, die das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hat. Das Angebot weist im Vergleich zur Eigenrealisierung einen Wirtschaftlichkeitsvorteil von rund 20 Prozent aus. Aus Sicht von Uwe Sievers, Leiter des Betriebs Gebäudewirtschaft beim Landkreis Harburg, hat die zentrale Wärmeversorgung der öffentlichen Gebäude in Neu Wulmstorf über ein Biogas-Blockheizkraftwerk nur Vorteile: „Im Rahmen eines sogenannten Contracting-Modells errichtet die EWE Energie AG das Blockheizkraftwerk auf eigene Rechnung und übernimmt den Betrieb und die Instandhaltung während der Vertragslaufzeit von 20 Jahren. Der Landkreis und die Gemeinde Neu Wulmstorf zahlen einen jährlichen Grundpreis und einen Arbeitspreis pro abgenommener Megawattstunde Wärme." Auch Neu Wulmstorfs Bürgermeister Wolf-Egbert Rosenzweig zeigt sich glücklich über den Vertrag. "Die Energiewende steht nach den Ereignissen in Fukushima im Focus auch der Bundespolitik. Für die neue, klimafreundliche Wärmeversorgung bei uns in Neu Wulmstorf haben wir unsere Hausaufgaben allerdings früher gemacht und können deshalb nun an den Start gehen - und das ist aus wirtschaftlicher und umweltpolitischer Sicht ganz einfach vernünftig".

Ansprechpartner/in
Herr Georg Krümpelmann 

Kreishaus Gebäude B, Zimmer 109
Schloßplatz 6
21423 Winsen (Luhe)

Telefon: 04171 693-235
E-Mail: g.kruempelmann(bei)lkharburg.de

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