Beschaffung Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Wirtschaftlichkeit

Wirtschaftsfaktor Bioenergie

Die öffentlichen Haushalte sind zu wirtschaftlichem Handeln verpflichtet. Das bedeutet nicht unbedingt, dass die Option mit dem günstigsten Preis zu wählen ist, vielmehr sind die vorgegebenen Ziele mit möglichst geringem Mitteleinsatz zu erzielen. So sind regionale Wertschöpfung und Umweltschutz wichtige Ziele bei der Auswahl einer geeigneten Energieversorgung. Handfeste Einsparungen lassen sich häufig durch die Einbeziehung folgender Überlegungen in die Planung erreichen:

Grafik kommunale Wertschöpfung
  1. Welche Kosten (Vollkostenrechnung) fallen bei konventioneller Energiebereitstellung an? Hier sind über die gesamte vorgesehene Nutzungsdauer neben den Investitionskosten für die Heizungsanlage und den Betriebskosten auch die Kosten für einen evtl. notwendigen Lagerraum für Heizöl, Reinigung und Instandhaltung usw. für die verschiedenen technischen Möglichkeiten zu kalkulieren.
  2. Können durch die energetische Verwertung biogener Reststoffe Entsorgungskosten eingespart werden? Bei der Kostenbetrachtung sollte auch berücksichtigt werden, dass bei der Nutzung bestimmter Energieträger (Landschaftspflegematerialien, Grünabfall) ansonsten Entsorgungskosten zu leisten wären, die bei ihrer energetischen Nutzung nicht anfallen.
  3. Bestehen Förderungen für den Einsatz von Bioenergie, die genutzt werden können? Für Bioenergieanlagen bestehen umfassende Förderprogramme des Bundes und der Länder, die noch bestehende höhere Investitionskosten für bestimmte Bioenergieanlagen ausgleichen sollen.
  4. Können bestehende Gebäudeteile genutzt werden? Häufig können Bioenergieanlagen in bestehende Heizräume eingebaut werden. So benötigen eine Holzpelletheizung oder ein Blockheizkraftwerk für Biokraftstoffe nicht mehr Platz als konventionelle Anlagen. Auch Holzhackschnitzelheizungen lassen sich durch geeignete Bevorratungseinrichtungen (Bunker, Wechselcontainer) in bestehende Heizungsräume integrieren.
  5. Kann die bestehende Heizanlage als Spitzenlastkessel weiter genutzt werden? Um Bioenergieanlagen optimal zu nutzen, werden diese meist auf die Abdeckung der Grundlast ausgelegt. Für die Spitzenlast wird ein konventioneller Heizkessel verwendet. Da dieser nur einen geringen Anteil zur Energiebereitstellung beisteuert, kann dazu häufig auch ein älterer, vorhandener Kessel eingesetzt werden, was die Investitionskosten senkt. 
  6. Welche Einkommen verbleiben in der Region? Aus kommunaler und volkswirtschaftlicher Sicht ist es von besonderer Bedeutung, wohin die Einkommen der Region fließen. An der Bioenergie verdienen regionale Handwerker, Forst- und Landwirte sowie der Anlagenbau.
  7. Wie sind entstehende oder gesicherte Arbeitsplätze zu bewerten? Die öffentliche Hand finanziert Arbeitsplätze bzw. unterstützt Erwerbslose. Bioenergie schafft bereits jetzt in Deutschland 130.000 Arbeitsplätze und potenziell wird bis zum Jahr 2020 mit 200.000 Arbeitsplätzen gerechnet.

Bioenergieträger sind günstiger als fossile Energie, wie die durchschnittlichen Kosten zeigen. Teurer ist dagegen noch die Anlagentechnik. Trotz der höheren Investitionskosten macht sich eine Bioenergieanlage in fünf bis zehn Jahre bezahlt. Da alle Prognosen von höheren Preisen für fossile Brennstoffe ausgehen, wird sich die Wirtschaftlichkeit von Bioenergie weiter verbessern.

Weitergehende Informationen unter www.eneff-stadt.info oder www.unendlich-viel-energie.de.

Die Broschüre "Bioenergie - eine Chance für Kommunen" können Sie hier herunterladen.

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