Beschaffung Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Naturkosmetik

 

Shampoos, Duschgele und Seifen, sogenannte „Rinse-off“-(„abspülbare“)-Kosmetikprodukte, werden von der Bevölkerung überwiegend täglich verwendet. Jährlich werden ca. 790 000 t kosmetische Mittel produziert. All diese Produkte enthalten Inhaltsstoffe, die bei der Körperreinigung ins Abwasser gelangen und die Gewässer belasten können, wenn diese Bestandteile nicht vollständig in der Kläranlage zurückgehalten oder abgebaut werden. Weiterhin können kosmetische Mittel gesundheitsrelevante Stoffe wie z.B. bestimmte formaldehydabspaltende Konservierungsmittel enthalten, die hingegen bei Produkten mit dem Blauen Engel nicht eingesetzt werden dürfen.  Ein Hauptbestandteil der „Rinse-off“-Kosmetikprodukte sind Tenside. In Produkten mit dem Blauen Engel müssen all diese Tenside aerob vollständig leicht biologisch abbaubar und zusätzlich anaerob abbaubar sein. Zudem können Tenside auf Basis von petrochemischen und/oder nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Shampoos, Rasiercremes und andere sogenannte „Rinse-off“-(„abspülbare“)-Kosmetikprodukte mit dem Blauen Engel sollen dadurch einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten, indem bei ihrer Herstellung bevorzugt nachwachsende Rohstoffe eingesetzt werden, die möglichst unter nachhaltigen Bedingungen angebaut wurden bzw. die den nachhaltigen Anbau fördern.

Vorteile für Umwelt und Gesundheit

  • Weitgehende Vermeidung umwelt- und gesundheitsbelastender Stoffe
  • Förderung des nachhaltigen Anbaus nachwachsender Rohstoffe
  • Reduzierung von Verpackungsabfall
 

Das EU-Umweltzeichen wird nur den Produkten erteilt, die während des ganzen Lebenszyklus strenge Voraussetzungen erfüllen. Die Zertifizierungsnormen werden von der Europäischen Gesellschaft bestimmt und beziehen sich auf die Zusammensetzung, die Verpackung und die Leistung des Produkts. Das EU-Umweltzeichen betrifft nur die mit Wasser abzuspülenden Hygieneprodukte, wie Shampoos und Duschgels.

Die Antragsteller müssen nachweisen, dass sie die Vergabekriterien des Labels einhalten. Dazu gehört:

  • dass alle Tenside, die in dem Produkt enthalten sind biologisch leicht abbaubar sein müssen.
  • dass die Inhaltsstoffe Ökosysteme und Gewässer schonen.
  • bestimmte kritische Stoffe, wie Parabene oder Formaldehyd oder Duftstoffe bei Kinderprodukten nicht in den Produkten vorhanden sein dürfen.
  • dass in den Produkten nur Palmöl eingesetzt werden darf, wenn es aus zertifizierter nachhaltiger Gewinnung kommt.
  • dass Kunststoffverpackungen so konzipiert sein müssen, dass sie leicht wieder verwertbar sind. In der Verpackung dürfen darüber hinaus keine Zusätze auf Basis von Cadmium oder Quecksilber oder andere kritische Zusätze enthalten sein. 

 

 

 

 

Dieses Prüfzeichen für kontrollierte Naturkosmetik basiert auf ökologischen, gesundheitlichen und sozialen Aspekten. Die Kriterien reichen über das gesetzlich Vorgeschriebene hinaus und berücksichtigen die eingesetzten Rohstoffe, den Herstellungsprozess und die Endprodukte.

Auf Initiative von Naturkosmetik-Herstellern wurde das Siegel 2001 entwickelt und wird vom Bundesverband deutscher Industrie- und Handelsunternehmen (kurz BDIH) vergeben.

Nur Erzeugnisse, die den strengen Kriterien entsprechen, dürfen das Prüfzeichen „BDIH Standard“ für kontrollierte Naturkosmetik tragen. Seit der offiziellen Einführung im Frühjahr 2001 wurden bis heute rund 8.800 Produkte kontrolliert. Eine regelmäßige Prüfung der Produkte gewährleistet, dass Sie in punkto Natürlichkeit auch wirklich das bekommen, was Sie erwarten: Echte Naturkosmetik – im Einklang mit Mensch und Natur!

Produkte mit dem Prüfzeichen "kontrollierte Naturkosmetik" verwenden natürliche Rohstoffe wie pflanzliche Öle, Fette und Wachse, Kräuterextrakte und Blütenwässer, oder ätherische Öle und Aromen aus kontrolliert biologischem Anbau oder Wildsammlung.

Neben der sorgfältigen Auswahl der eingesetzten pflanzlichen Rohstoffe spielen die ökologische Verträglichkeit jedes Produktes, also umwelt- und ressourcenschonende Herstellungsverfahren, die optimale Abbaubarkeit von Rohstoffen sowie der sparsame Einsatz recycelbarer Verpackungsmaterialien eine wichtige Rolle.

Weitere Informationen zum BDIH-Siegel finden Sie hier.


 

NATRUE ist ein international tätiger, nicht gewinnorientierter Verband mit Sitz in Brüssel. Sein Ziel ist es, Naturkosmetik weltweit zu schützen und zu fördern. Der Verband wurde im Jahr 2007 gegründet und das NATRUE-Label 2008 ins Leben gerufen. 

NATRUE beschloss, sich auf den Inhalt eines Produktes zu konzentrieren. Sowohl die Inhaltsstoffe als auch die Herstellungsprozesse werden berücksichtigt. NATRUE hat die erlaubten Inhaltsstoffe je nach deren Herstellungsprozess in drei einfachen Gruppen eingeteilt:

  • Natürliche Inhaltsstoffe sind unverändert und können nur durch physikalische Verfahren oder Fermentierung gewonnen werden.
  • Naturnahe Inhaltsstoffe sind das Ergebnis zugelassener chemischer Reaktionsverfahren auf ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe.
  • Naturidentische Inhaltsstoffe können entweder Pigmente, Mineralien oder Konservierungsstoffe sein. Sie werden im Labor reproduziert, kommen aber in der Natur vor. Alle dieser Zutaten haben ein wesentliches Merkmal: sie kommen in der Natur vor. Nichts Künstliches (vom Menschen geschaffen) ist zugelassen.  

Das NATRUE-Siegel ist ein Label, das auf der ganzen Welt anerkannt wird. Produkte, die das Siegel tragen, sind so natürlich wie möglich. Synthetische Duft- oder Farbstoffe, genetisch modifizierte Stoffe, Silikone, Derivate und Inhaltsstoffe aus der Erdölchemie dürfen nicht verwendet werden. Zudem ist die Bestrahlung von pflanzlichen Inhaltsstoffen oder Endprodukten untersagt – genau wie Tierversuche. Bei NATRUE werden naturkosmetische Erzeugnisse in drei Stufen unterteilt:

  • Naturkosmetik: Enthält ein Produkt Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs, wird es dieser Stufe zugeordnet.
  • Naturkosmetik mit Bioanteil: Inhaltsstoffe, die zu mindestens 70 Prozent aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft und / oder kontrollierter Wildsammlung stammen sind die Voraussetzung für eine Zertifizierung dieser Stufe.
  • Biokosmetik: Die höchste NATRUE-Zertifizierungsstufe erreichen Produkte mit Naturstoffen, die zu mindestens 95 Prozent kontrolliert biologischer Landwirtschaft und / oder kontrollierter Wildsammlung entspringen.

75%-Regel  

NATRUE garantiert, dass mindestens 75% der Einzelprodukte einer bestimmten Produktreihe (entweder durch die Marke oder Untermarke gekennzeichnet) die Voraussetzungen des NATRUE-Standards erfüllen soll. NATRUE verbietet Unternehmen, nur ein oder zwei Produkte zu zertifizieren und dann Marketing-Strategien anzuwenden, die den Verbraucher/innen den Eindruck vermitteln, die ganze Linie sei zertifiziert. Die Zertifizierung ist ein ernsthaftes Verfahren, das Engagement voraussetzt. Mit NATRUEs einzigartiger 75%-Regel verlangen wir ein hohes Maß an Engagement seitens der Hersteller.   

2009 wurden die ersten 400 Produkte zertifiziert, 600 weitere folgten im Jahr 2010.  Seitdem ist das NATRUE-Label weitergewachsen und hat innerhalb Europas sowie bis nach Übersee expandiert. Im Mai 2015 zählte NATRUE 4.300 zertifizierte Produkte, viele weitere sind gerade dabei, zertifiziert zu werden.

Weitere Informationen zum NATRUE-Siegel finden Sie hier

 

 

Alle von zertifizierten Produkte werden nach den strengen Richtlinien für Biokosmetik von ECOCert® auf Ihre Inhaltsstoffe hin getestet. Sämtliche Produkte bestehen zu 100% aus natürlichen Inhaltsstoffen. Der Anteil an Inhaltsstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau variiert natürlich von Rezeptur zu Rezeptur, ist jedoch immer hoch! Um dies transparent zu machen, finden Sie die Angaben auf jeder Verpackung.

Ständige Qualitätskontrollen garantieren die konstante Hochwertigkeit der Produkte. In Zusammenarbeit mit Fachleuten aus dem Kosmetikbereich, Verbrauchern, führenden Industrievertretern und Regierungsverantwortlichen hat ECOCERT® 2002 einen Standard für Biokosmetik entwickelt. Der Ecocert-Standard ist staatlich anerkannt. Seine Anwendung wird durch staatliche Stellen überwacht. Der Standard definiert und fördert ein höheres Qualitätsniveau für Kosmetikprodukte im Vergleich zu den gesetzlichen Mindestanforderungen und gewährleistet die Verwendung von natürlichen und ökologischen Inhaltsstoffen zum Schutze unserer Umwelt. Bis heute zertifiziert EcoCert weltweit über 8000 Produkte.

Die wichtigsten Grundsätze der ECOCERT® Biokosmetik-Zertifizierung

  • Inhaltsstoffe aus erneuerbaren Ressourcen gewonnen und durch umweltschonende Verfahren hergestellt, werden bevorzugt. EECOCERT® prüft den Ursprung jeden Inhaltsstoffes einer Rezeptur, fordert den Einsatz von mindestens 95% Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs und überprüft das Herstellungsverfahren.
  • Bevorzugung des Einsatzes von Inhaltsstoffen aus ökologischem Landbau durch Festlegung von Anforderungen, abhängig von der gewählten Kennzeichnung: Label Biokosmetik: mindestens 95% der pflanzlichen Inhaltsstoffe in der Rezeptur und mindestens 10% der gesamten Inhaltsstoffe müssen aus ökologischem Anbau stammen. 
  • Eine eindeutige Deklaration der Inhaltsstoffe liefert dem Verbraucher klare Informationen. Schutz des Markenzeichens Alle Hersteller, Händler, Markeninhaber, die den Namen oder das Logo Ecocert auf ihrem Produkt oder Kommunikationsmaterial verwenden möchten, müssen sich von Ecocert kontrollieren und zertifizieren lassen. Der Ecocert®-Name und das Ecocert-Logo sind international registrierte und geschützte Markenzeichen.
 

EcoControl steht für zertifizierte Naturkosmetikstandards

Das EcoControl-Siegel ist eine unabhängige Zertifizierungsstelle für NaTrue, Demeter, BDIH oder den europäischen COSMOS-Standard. Durch die Unabhängigkeit von EcoControl kann ein hoher Standard der überprüften Marken garantiert werden. Die Labore testen die Produkte auf die vom jeweiligen Siegel bestimmten Vorschriften und ermöglichen es so, die Richtlinien auch von außen zu überprüfen. Außerdem zertifiziert EcoConrol seit 2013 auch das CSE Nachhaltigkeitssiegel, welches sowohl die einzelnen Produkte als auch die soziale und verantwortungsvolle Firmenführung auszeichnet.

Zugelassene Rohstoffe

Von EcoControl direkt werden Rohstoffe auf Pflanzenbasis auf ihre Natürlichkeit hin zum Einsatz in der Naturkosmetik überprüft und ausgezeichnet. Diese müssen aus ökologisch angebauten, landwirtschaftlichen Produkten gewonnen werden. Sie dürfen nicht in Lebensmitteln benutzt werden, da diese eine eigene Prüfstelle haben. Die geprüften Rohstoffe werden mit dem EcoControl-Siegel versehen und können dann beruhigt von Kosmetikfirmen verwendet werden.

Sozialer Anspruch auf hohem Niveau

Zur Kontrolle der biologischen Rohstoffe kommt eine Überprüfung der Herstellung dieser hinzu. So werden der Umgang mit der Umwelt, den Ressourcen und den menschlichen Mitarbeitern, wie Lieferanten und Angestellten, geprüft. In Sachen Nachhaltigkeit orientiert es sich an dem CSE-Label, welches die nachhaltige Produktion ganzer Firmen auslobt. Nachhaltigkeit und ethische Firmenpolitik steht so bei den von EcoControl ausgewählten Firmen mit im Fokus. Als derzeit einzige europäische Zertifizierungsstelle zeichnet EcoControl auch Produkte mit dem US-Amerikanischen Naturkosmetik-Standard aus.

 

Richtlinien mit Vertrauensgarantie

Das NCCO-Gütesiegel wird nur an Hersteller vergeben, deren gesamtes Sortiment zu 100 % den NCCO-Richtlinien entspricht. So kann es nicht vorkommen, dass wie beim BDIH oder bei Natrue von einer Firma nur einige Produkte deren Richtlinien entsprechen müssen und unter derselben Marke oder von derselben Firmengruppe auch nichtkonforme oder sogar rein synthetische Produkte vertrieben werden.

Was ist drin?

NCCO- Produkte bestehen aus pflanzlichen Rohstoffen, die aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA), zertifizierter Wildsammlung (kbA) oder besser (Bioland, Naturland, Demeter) gewonnen werden. Nur wenn der Pflanzenrohstoff nicht in kbA-Qualität erhältlich ist, sind auch Qualitäten aus anderem Anbau zugelassen. Tierische Rohstoffe wie Milch, Honig und Bienenwachs dürfen ebenfalls nur in kbA-Qualität eingesetzt werden.
Die Rohstoffe sind aus Gründen der Transparenz  in 6 NCCO-Gruppen und in der NCCO-Positivliste nach ihren Anwendungsbereichen eingeteilt.

Als Emulgatoren sind einzelne Rohstoffe zugelassen, die durch Hydrolyse, Hydrierung, Veresterung und Sulfatierung von Naturstoffen wie Fetten, Ölen und Wachsen, Sachariden und Proteinen gewonnen werden. Diese Rohstoffe finden Sie in der NCCO-Positivliste unter "Emulgatoren".

Zur Stabilisierung von Pflanzenölen (Schutz vor dem ranzig werden) ist der Einsatz von Vitamin E pflanzlichen Ursprungs erlaubt.

Als Rohstoffe für Shampoos, Duschgele und Badezusätze sind wenige waschaktive Substanzen (Tenside), die komplett biologisch abbaubar sind,  zugelassen. Die zugelassenen Rohstoffe finden Sie in der NCCO-Positivliste unter "Rinse-Off"

Mineralische Stoffe wie Ton, Erden und Salze (Natriumchlorid) sind bedingt zugelassen. Die entsprechenden Stoffe finden Sie in der NCCO-Positivliste unter "Erden & Salze".

Als Wirkstoffe sind nur einzelne Rohstoffe zugelassen. Die zugelassenen Wirkstoffe finden Sie in der NCCO-Positivliste unter "Wirkstoffe".

Als Farbstoffe sind nur einzelne Mineralien zugelassen. Die zugelassenen Farbstoffe finden Sie in der NCCO-Positivliste unter "Farbstoffe".

Hilfsstoffe wie Zitronensäure und Milchsäure sind zugelassen. Die zugelassenen Hilfsstoffe finden Sie in der NCCO-Positivliste unter "Hilfsstoffe".

Die NCCO-Positivliste hat noch eine weitere Besonderheit: Jede Mitgliedsfirma hat ein eigenes Kürzel. Dieses Kürzel finden Sie hinter jedem Rohstoff, den die entsprechende Firma im Einsatz hat.

Wie viel Bio muss drin sein?

Unter der Maxime so viel Bio wie möglich und so wenig andere Substanzen wie nötig, ist die NCCO-Kalkulation ganz einfach:

Wasser und die Stoffe der Positivliste werden bei der Kalkulation nicht berücksichtigt. Vom Rest muss der Anteil an kbA mindestens 90 % betragen.

Was ist nicht drin?

Grundsätzlich nicht zugelassen sind:

  • Konservierungsmittel. Dazu gehören auch die Konservierungsmittel, die von anderen Labels oder Firmen irreführend als „natürlich, naturidentisch oder naturnah“ bezeichnet werden: Benzoesäure, Salicylsäure, Sorbinsäure, Propionsäure und deren Derivate.
  • Radioaktive Bestrahlung.
  • Genmanipulierte Rohstoffe.
  • Organisch-synthetische Rohstoffe
  • Nanotechnologie (Mikropigmente)
  • Synthetische Duftstoffe
  • Ethoxilierte Rohstoffe
  • Mineralöle, Paraffine oder andere Erdölprodukte
  • Silikon
  • Rohstoffe von toten Tieren oder Rohstoffen aus Tierquälerei (z.B. Cochinille, Seidenderivate).

Tierversuche

Es dürfen keine Rohstoffe verwendet werden, für die nach dem 31.12.97 Tierversuche durchgeführt wurden.

 

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