Beschaffung Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Textilien

 

Das von Naturtextil IVN zertifizierte BEST-Siegel ist derzeit der Standard mit den höchsten Ansprüchen an textile Ökologie. Der Standard berücksichtigt die gesamte textile Produktionskette und beachtet dabei sowohl ökologische als auch soziale Kriterien.
So muss bei BEST die Fläche einer Textilie (also das eigentliche Gewebe ohne Zutaten wie Reißverschlüsse, Bündchen, Einlagen, Futter, Knöpfe etc.) zu 100% aus Naturfasern bestehen, die aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) oder kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) stammen. Synthetische Fasern, wie z.B. Elasthan, Polyacryl oder Viskose dürfen nur zu höchstens 5% bei Zutaten oder in Ausnahmefällen bei elastischen Stoffen eingesetzt werden, wie beispielsweise bei Bündchen oder Spitze. Eine ausführliche Beschreibung des BEST Standards kann auf der Webseite des Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. (IVN) abgerufen werden.

 

Der Global Organic Textile Standard (GOTS) ist ein weltweit bekannter und verbreiteter Standard, der von der von der „International Working Group on GOTS“ vergeben wird. Er basiert auch dem heute nicht mehr vergebene Standard „IVN zertifiziert“. Die Ansprüche des GOTS liegen etwas unter denen des NATURTEXTIL IVN zertifiziert BEST. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass beim GOTS das Produkt zu mindestens 70% aus Naturfasern bestehen muss (beim BEST sind es 100%).

GOTS schreibt mindestens 70 Prozent Bio-Naturfasern vor, dazu dürfen bis zu 30 Prozent Recyclingfasern wie recyceltes Polyester beigemischt werden. Die Mischfaserkleidung darf sich also mit GOTS schmücken, ist aber weder biologisch abbaubar noch wirklich recyclingfähig. Doch damit können die strengen GOTS-Produktionsstandards immerhin auf eine breitere Masse Produkte angewendet werden

Alle eingesetzten chemischen Zusätze, wie z. B. Farbstoffe und Hilfsmittel, müssen bestimmte umweltrelevante und toxikologische Kriterien erfüllen. Auch für die Verwendung von Accessoires gelten entsprechende Anforderungen. Eine funktionelle Abwasserkläranlage ist für alle Betriebsstätte, die im Bereich Nassveredlung tätig sind, vorgeschrieben. Alle Verarbeitungsbetriebe müssen soziale Mindestkriterien erfüllen. Die wichtigsten Kriterien des GOTS, seines Qualitätssicherungssystems und die Grundsätze des Revisionsverfahrens sind im folgenden Abschnitt zusammengefasst.
Weiter Informationen zum GOTS finden Sie auf der Webseite des Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. (IVN) oder auf der Homepage des GOTS (hauptsächlich Englisch).

 

Der Blaue Engel ist Deutschlands staatliches Umweltsiegel, dass es auch für viele andere Produktgruppen gibt.
Bei Textilien legt der Blaue Engel fest, dass insgesamt mindestens 85% der verwendeten Fasern den Kriterien des Standards entsprechen müssen. Textile Naturfasern müssen aus kontrolliert biologischem Anbau bzw. Tierhaltung stammen.

Der Blaue Engel für Textilien hat leider bisher noch keine Lizenznehmer.  Alle Textilien, auch Outdoor- und Funktionskleidung, können mit dem Blauen Engel prinzipiell zertifiziert werden. Die Chemikalien-Grenzwerte sind nicht übermäßig hoch angesetzt: Auch nach der letzten Revision bleiben sie hinter Greenpeace-Detox-Standards oder etwa Made in Green zurück. Insgesamt regelt der Blaue Engel mit recht hohen ökologischen Ansprüchen die ganze textile Kette.

 

Grundsätzlich sind alle Natur- und Synthetikfasern, auch recycelte Fasern, zugelassen. Toxische Inhaltsstoffe, die in Recyclingfasern vorkommen können, werden ausgeschlossen. Der Blaue Engel betrachtet den textilen Kreislauf sehr umfassend, indem er konkrete Kriterien für haltbares Produktdesign und Wiederverwendung formuliert.

  • bessere Umweltstandards im Herstellungsprozess
  • Vermeidung gesundheitsbelastender Chemikalien im Produkt
  • gute Gebrauchstauglichkeit
 
  • Ausschluss krebserzeugender und halogenorganischer Verbindungen
  • schadstoffgeprüft auf flüchtige organische Verbindungen und Formaldehyd
  • unbedenklicher Anteil gesundheitsgefährdender Flamm- und Mottenschutzmittel

Von der Matratze trennt nur wenig Stoff, weshalb Menschen  jede Nacht chemischen Ausdünstungen ungehindert ausgesetzt sein können. Diese Emissionen können zahlreiche gesundheitliche Beschwerden hervorrufen und die Umwelt schädigen. So kann beispielsweise Formaldehyd Allergien auslösen und sogar Krebs verursachen. Zudem können sich Emissionen in unangenehmen Gerüchen äußern, die einen gesunden Schlaf stören können und so das Wohlbefinden negativ beeinflussen. Produkte, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind, sind besonders emissionsarm. Somit tragen Sie selbst im Schlaf zum Umweltschutz bei.

 
  • bessere Umweltstandards im Herstellungsprozess
  • Vermeidung gesundheitsbelastender Chemikalien im Produkt
  • gute Gebrauchstauglichkeit

Schuhe sind wichtige Konsumartikel - allein jeder Deutsche kauft durchschnittlich 4 - 5 Paar pro Jahr. Was viele Verbraucher jedoch nicht im Blick haben: In der Schuhherstellung gibt es etliche umweltrelevante Prozesse von der Ledergerbung bis zur Endfertigung. Ziel des Blauen Engel ist es deshalb, anspruchsvolle Standards über die gesamte Produktionskette zu definieren und damit zum Schutz der Umwelt und der Gesundheit beizutragen. Mit dem Umweltzeichen wird es zukünftig einfacher, rundum gute Schuhe zu erkennen.

 

Siegelinhaber des EU Ecolabels ist die Europäische Kommission. Ein spezieller Ausschuss für Siegel (AEUUZ) entwickelt die Kriterien. Hierin sind die zuständigen Stellen der EU-Mitgliedstaaten sowie Umwelt-, Verbraucher- und Industrieverbände, Gewerkschaften, Handel und kleinere und mittlere Unternehmen vertreten.

Im Bereich Textilien definiert es Anforderungen an umweltfreundliche Prozesse entlang des gesamten Produktionsweges. Es basiert auf einer EU-Verordnung (EWG 880/92).

Das Siegel kennzeichnet sowohl Natur- als auch Kunstfasertextilien. Alle Anforderungen müssen unmittelbar erfüllt werden. 

Fasern und Recycling: Alle Faserarten, also auch Recyclingfasern etwa aus PET-Flaschen, sind zugelassen. Die dabei möglichen toxischen Inhaltsstoffe sollen ausgeschlossen, Wasserverbrauch reduziert werden. Um den Kreislauf zu schließen, setzt das Siegel, ähnlich wie der Blaue Engel, bereits beim Produktdesign an.Verbraucher können alle wichtigen Informationen zum Label kostenlos abrufen.

 

MADE IN GREEN by OEKO-TEX® ist ein unabhängiges Textil-Label zur Kennzeichnung von Verbraucherartikeln und Halb-Fabrikaten aus allen Stufen der textilen Kette, die aus schadstoffgeprüften Materialien mit Hilfe umweltfreundlicher Prozesse sowie unter sicheren und sozial verantwortlichen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden.

Das „MADE IN GREEN by OEKO-TEX®“ Label löst den bisherigen OEKO-TEX® Standard 100plus ab und ersetzt gleichzeitig das spanische Siegel „MADE IN GREEN by Aitex“.

Grundsätzlich können alle Fertigartikel und Halb-Fabrikate aus allen Stufen der textilen Lieferkette mit dem MADE IN GREEN by OEKO-TEX® Label gekennzeichnet werden, also beispielsweise Kleidungsstücke aller Art und Heimtextilien.

Mehrwert für den Einkäufer

Das MADE IN GREEN by OEKO-TEX® Label signalisiert dem Beschaffer, dass damit gekennzeichnete Textilien gemäß OEKO-TEX® Richtlinien auf Schadstoffe geprüft und nachhaltig produziert wurden.

Darüber hinaus kann jeder mit dem MADE IN GREEN Label ausgelobte Artikel anhand einer eindeutigen Produkt-ID bzw. eines QR-Codes vom Einkäufer transparent zurückverfolgt werden. Das Labelling-System liefert Informationen darüber, in welchen Produktionsbetrieben entlang der textilen Kette das Textil produziert wurde, welcher Produktionsstufe die beteiligten Fabriken angehören und in welchen Ländern die Fertigung stattfand.

Die Endprodukte sind schadstoffgeprüft nach dem weit verbreiteten Oeko-Tex Standard 100.  Die Regulierung der Chemikalien in den Fabriken entsprechen den höchsten Anforderungen am Markt die zugelassenen Rückstände im Endprodukt sind teilweise höher als die von GOTS oder Bluesign.

Neben Naturfasern lässt Made in Green auch Recycling- und Mischgewebe zu, womit die Kreislaufffähigkeit der Kleidung eingeschränkt ist. Aber  das Siegel setzt auf geschlossene Produktionskreisläufe in den Fabriken.

 

Das bluesign® system ist die Lösung für eine nachhaltige Herstellung von Textilien. Es schliesst umweltbelastende Substanzen von Anfang an aus dem Fertigungsprozess aus, legt Richtlinien fest und kontrolliert deren Einhaltung für eine umweltfreundliche und sichere Produktion. Dadurch wird einerseits sichergestellt, dass das textile Fertigprodukt strengsten Verbraucherschutzanforderungen weltweit standhält. Andererseits gibt es dem Konsumenten das Vertrauen, ein nachhaltig hergestelltes Produkt zu erwerben.

Das bluesign® system setzt an der Wurzel der durch die Textilindustrie verursachten Umweltbelastung an. Es hält umweltschädigende Substanzen von Anfang an aus dem Fertigungsprozess fern.

Das bluesign® system beruht auf 5 Prinzipien:

  • Ressourcenproduktivität
  • Verbraucherschutz
  • Gewässerschutz
  • Immissionsschutz
  • Arbeitssicherheit

Das bluesign® system legt auf der Grundlage ausführlicher Risikobewertungen konkrete Kriterien für jedes Produktionsniveau fest. Unter Berücksichtigung der fünf Prinzipien stellen diese Kriterien maximale Nachhaltigkeit entlang der gesamten textilen Zulieferkette sicher:

  • Kriterien für Zutaten
  • Kriterien für Fertigungsprozesse
  • Kriterien für Endprodukte
 

Naturland ist ein Label des Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V., das die gesamte Textilkette berücksichtigt.
Beim Textilien, die mit dem Naturland Label ausgezeichnet sind, müssen mindestens 95% des Endprodukts aus Naturfasern bestehen (Knöpfe, Schnallen, Reißverschlüsse o.ä. ausgenommen). Es sind nur Naturfasern aus ökologischem Anbau zulässig und es dürfen generell nur naturbelassene und nachwachsende Rohstoffe verwendet werden. Auch für Accessoires und Zutaten (d.h. Knöpfe, Reißverschlüsse etc.) gelten strenge Richtlinien bezüglich der verwendeten Materialien. Die genauen Richtlinien des Naturland Standards können auf der Webseite des Naturland e.V. nachgelesen werden.

Das Naturland Zeichen steht für die lückenlose Zertifizierung von der Aussaat der Baumwolle, über die Verarbeitung zu Stoffen, deren Veredelung wie Färben, Drucken, Ausrüsten bis zum Zuschneiden, Nähen und Verpacken der Ware. Jedes einzelne Glied in dieser Kette unterliegt
der Inspektion durch eine unabhängige Kontrollstelle.

Folgende sieben Richtlinienanforderungen müssen fair zertifizierte Naturland Mitglieder und Partner erfüllen:

  • Soziale Verantwortung
    Wie z.B. gerechte Bezahlung, Versammlungsfreiheit, Menschenrechte und keine Kinderarbeit
  • Verlässliche Handelsbeziehungen
    Langfristige, respektvolle Zusammenarbeit mit allen Handelspartnern
  • Faire Erzeugerpreise
    Partnerschaftliche Preisfindung zur Deckung der Produktionskosten und angemessener Gewinn
  • Regionaler Rohstoffbezug
    Vorrang für Betriebsmittel und Rohstoffe aus der Region
  • Gemeinschaftliche Qualitätssicherung
    Vertrauensvolle Zusammenarbeit der Handelspartner, auch im Problemfall
  • Gesellschaftliches Engagement
    Investition in Arbeitsplätze, Umwelt-, Sozial-, Gesundheits-, Kultur- und Bildungsprojekte
  • Unternehmensstrategie und Transparenz
    Fair-Gedanke im Leitbild und schriftliche Dokumentation der Umsetzung
 

Cradle to Cradle versteht Abfall als Nahrung nach dem Vorbild der Natur. Insofern gehen alle Produkte nach ihrer Nutzungsphase wieder in den Kreislauf aus Fertigung, Verbrauch und Erneuerung ein. Biologische und technische Kreisläufe erbringen nutzbringende Werte und erzeugen keinen Abfall.

Cradle to Cradle nutzt erneuerbare Energien, schont das Ökosystem und geht effizient mit den natürlichen Ressourcen um.
Cradle to Cradle fördert die Entwicklung vielfältiger Produkte und Leistungen. Dem Sparen und Reduzieren setzt das System einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel entgegen. Darin sind Fertigung und Verbrauch natürliche Prozesse der Entwicklung.

Die Zertifizierung beinhaltet die fünf Bereiche:

  • Materialien
  • Materialkreislaufführung
  • Energie
  • Wasser
  • Soziale Verantwortung

Materialien:
Alle Inhaltsstoffe eines Produktes müssen bekannt sein, d.h. alle Chemikalien sind anhand ihrer Chemical Abstracts Service-Nummer (CAS-Nr.) identifiziert. Diese werden von EPEA mit Hilfe der Chemikalienbewertung auf ihre toxikologischen und ökotoxikologischen Eigenschaften hin bewertet.

Materialkreislaufführung:
Das Produkt wird im technischen oder biologischen Kreislauf geführt bzw. ein Plan zur Umsetzung ist definiert (abhängig von der Zertifizierungsstufe). Die Kreislauffähigkeit des Produktes bzw. der daraus bestehenden Nährstoffe wird mittels des so genannten "Kreislauffähigkeitsindexes" veranschaulicht. Die Werte des Indexes liegen zwischen 0 und 100.

Energie:
Der Energieverbrauch und der Anteil erneuerbarer Energien innerhalb der Produktion werden erfasst. Ziel ist eine Versorgung mit 100% erneuerbaren Energien.

Wasser:
Das betreffende Unternehmen verpflichtet sich zu Grundsätzen über einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser. Ziel ist, ein Wassermanagement und Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität so zu etablieren, dass schließlich die Wasserqualität nach der Nutzung besser ist als vor der Nutzung.

Soziale Verantwortung:
Das betreffende Unternehmen verpflichtet sich zu sozialen Grundsätzen und lässt dies ggf. (abhängig von der Zertifizierungsstufe) durch eine dritte Partei bestätigen.

Insgesamt können 3 verschiedene Zertifkate erworben werden: GOLD, SILBER und BRONZE

 

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